Die ersten Monate mit dem Kind waren, was die Motorik angeht, sehr ereignisreich. Das Kind hat es in kürzester Zeit, aus dem Sitzen heraus, zum Krabbeln geschafft und dann daraus laufen gelernt. Die jetzigen Monate sind daher etwas weniger ereignisreich, da das Kind jetzt seine Motorik verfeinert. Das Laufen wird immer sicherer, die Kinder schaffen es um Ecken zu laufen, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren. Auch das plötzliche Stehenbleiben, sowie die Gangrichtung wechseln gelingt ihnen gut. Sogar Treppen werden, statt auf allen Vieren, zweibeinig erklommen, wenn sich das Kind am Geländer festhalten kann.
Mit achtzehn Monaten sollte es den Kindern möglich sein, auch rückwärts laufen zu können. Natürlich sollten die Eltern nicht sofort beunruhigt sein, wenn das hier Beschriebene nicht ganz mit den Monaten des eigenen Kindes übereinstimmt, denn jedes Kind entwickelt sich individuell. Das Interesse für Bücher besteht nach wie vor. Die Kinder nehmen sie gerne selber in die Hand und spielen das Vorlesen nach. Die Bücher werden wie ein Spielzeug behandelt, sie werden gedreht, gewendet und Seite für Seite durchgeblättert.
Die Kinder verfügen jetzt über einen so genannten „passiven" und einen „aktiven" Wortschatz. Der aktive Wortschatz ist der, mit dem sich die Kinder unterhalten, also die Wörter, die sie schon aussprechen können. Der passive Wortschatz beschreibt das, was die Kinder verstehen, aber selber noch nicht sagen können. Bei der weiteren Sprachentwicklung unterscheiden sich die Kinder ein wenig von einander. Der Wortschatz wird weiter ausgebildet, jedoch auf zwei verschiedene Arten. Bei der einen Gruppe von Kindern fällt den Eltern erst gar nicht auf, dass sich der Wortschatz verändert. Sie nehmen ganz normal am Alltag teil und hören hier aufmerksam zu. Und plötzlich überraschen sie ihre Eltern damit, dass sie völlig neue Wörter oder sogar kleine Sätze beherrschen.
Die andere Gruppe übt neues, indem sie alles, was sie an Wörtern aufschnappen können, sofort versuchen auszusprechen. Dabei ist es meistens so, dass die Wörter sehr undeutlich sind oder auch erst gar nicht verstanden werden können. Manche Kinder entwickeln regelrecht eine eigene Sprache, die aus bekannten Wörtern und neu dazu gelernten zusammengesetzt wird. Diese Sprache hört sich der der Erwachsenen sehr ähnlich an, enthält aber viele Wörter, die sich nur sehr entfernt nach dem anhören, was sie bedeuten sollen. Den Kindern wird auch so langsam bewusst, dass Wörter wie „Brumm-Brumm" nicht „fahren" und „Auto" gleichzeitig bedeuten. Sondern dass für diese beiden Tatsachen zwei verschiedene Wörter existieren. Die Eltern passen sich vollkommen automatisch an die Fortschritte der Kleinen an, so dass die „Babysprache" immer weniger verwendet wird, dafür dann langsamer und deutlicher gesprochen wird.
Die Kinder verstehen jetzt immer besser, was die Erwachsenen von ihnen wollen und können sich selber auch besser verständlich machen. Die Kinder werden immer selbständiger und realisieren auch, was ihnen gehört und was den anderen gehört. Von nun an verteidigen sie ihr Eigentum gegen andere oder vermissen Spielzeug, wenn etwas verloren gegangen ist. Sie können sich auch selbständig die Socken ausziehen oder die Jacke holen. Die täglichen Tätigkeiten der Erwachsenen werden nachgespielt. Sie füttern ihre Puppen mit dem Löffel oder spielen das Staubwischen nach. Das Kind liest die Zeitung und versucht mit einem Löffel, das Essen zu essen.
Spielsachen oder andere neue Gegenstände werden kaum noch in den Mund genommen. Das Kleinkind ist motorisch so ausgereift, dass es mehrere Klötze aufeinander stapeln kann, ohne dass sie umfallen. Von besonderem Interesse sind alle Gegenstände, mit denen man etwas bewirken kann, zum Beispiel eine Fernbedienung. Jegliche Art von Knöpfen und Schaltern ziehen die Kinder magisch an. Die Eltern sollten daher auch etwas aufpassen, dass die Kinder nicht aus ersehen etwas Elektronisches anschalten wie zum Beispiel den Herd. Allerdings können Eltern ihren Kindern sehr viel Vergnügen bereiten, wenn sie ihnen ein Spielzeug schenken, was Knöpfe zum drücken hat und Geräusche macht.
Ein anderthalb jähriges Kind ist eine kleine Herausforderung für die Eltern. Das Kind möchte ständig beschäftigt werden und hat einen großen Bewegungsdrang, auf den die Eltern eingehen sollten. Dazu eignen sich hervorragend Spiele, die mit körperlichem Einsatz einhergehen. Das gegenseitige Fangen und einander Jagen ist sehr beliebt. Auch das klassische „Hoppe-Hoppe-Reiter-Spiel" ist für die Kinder eine große Freude. Die Körperspannung und das Gleichgewicht werden beim Schuppkarren schieben gefördert. Auch den Orientierungssinn und die Konzentration kann man mit den Kindern spielerisch trainieren. Zum Beispiel, in dem die Eltern Hindernisse und Tunnel bauen, fördert das die Orientierung und die Konzentration. Rein für die Konzentration und die Feinmotorik eignen sich Puzzle, Bauklötze und Sortierboxen.
In der Sprachentwicklung kommen zu den Ein-Satz- Wörtern nun immer mehr Wörter hinzu. Den Kindern reichen einzelne Wörter nicht mehr aus, um etwas zu beschreiben. Sie haben verstanden, dass es noch eine Menge anderer Wörter gibt, um etwas zu beschreiben. Wenn die Eltern jetzt mit ihnen sprechen und ein bekanntes Wort benutzen, wollen die Kinder mehr darüber erfahren. So zum Beispiel, wem das Spielzeug gehört, was es kann und welche Farbe es hat. Die Kinder werden dann auch sehr gerne danach gefragt, was die Fähigkeit ,einen Dialog halten zu können, fördert.
Letzte Aktualisierung am 28.10.2009.